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aspekte  | 01.06.2012  Schöne Freakshow

Fotograf Roger Ballen trifft auf die Techno-Gruppe "Die Antwoord"

Seine Fotos sind wie ein Faustschlag auf den Solar-Plexus. Roger Ballen ist einer der erfolgreichsten Fotografen Südafrikas. Er zeigt oft Menschen, die ausgegrenzt und meist behindert sind. Seine Bilder sind erbarmungslose, in Schwarz-Weiß inszenierte Betrachtungen von Verwahrlosung und zeigen doch die Würde des „Prekariats“. 

Roger Ballen fotografiert "Die Antwoord"

Roger Ballen fotografiert "Die Antwoord"

(01.06.2012 Quelle: Roger Ballen)
Dresie and Casie, twins, 1993

Dresie and Casie, twins, 1993

(01.06.2012 Quelle: Roger Ballen)

von Peter Schiering

Ballen zeigt Mitglieder der weißen, verarmten Schicht, meist Buren: die heruntergekommene ehemals "überlegene" "Herrscherrasse", die Übriggebliebenen des Apartheid-Regimes.


Das Bild von den debilen Zwillingen, die vor kahler Wand mit Quadratschädel und überlangen Ohren auf ihre Hemden sabbern, hat ihn berühmt gemacht. Jetzt hat Roger Ballen ein Video I fink U freekyfür eine bizarre südafrikanische Musikgruppe gemacht: "Die Antwoord".
In einem Kauderwelsch aus Afrikaans und Englisch singt der volltätowierte Rapper Ninja zu stampfenden Beats in kahlem Setting "fokken, fokken", während seine junge Muse Yo Landi Eier für ihn brät, in denen Kakkerlaken zappeln.

Tour-Termine "Die Antwoord" (Auswahl)

16.6. Barcelona, Sonar

17.6. Luxemboug, Den Atlier

19./20.6. Berlin, Berghain

21.6. Köln, Essigfabrik

23.6. Scheessel, Hurricane Festival

24.6. Neuhausen, Southside Festival

25.6. Zürich, Komplex

30.6. Belfort, Frankreich, Eurockeennes Festival

1.7. Werchter, Belgien, Rock Werchter

3.-5.8. Chicago, Lollapalooza

"I fink U freeky and i like you allott" singt sie dazu in klarstem Sopran. "ZEF" nennen sie diesen Stil. Was soviel wie "Proll" heißt auf Afrikaans - in Szene gesetzt von Roger Ballen in verstörend schönen Schwarz-Weiß-Bildern. Und was erstmal wie eine Freak-Show wirkt, ist bei näherer Betrachtung eine andere Sicht auf eine Realität, die fernab europäischer Vorstellungen von richtig oder falsch angesiedelt ist. Kein Sozialkitsch oder Voyeurismus, sondern ungeschönt und dabei atemlos ästhetisch.

01.06.2012

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